Auch für Musiker hat die Pandemie das Jahr geprägt: Wie hat sie das verändert? Elton John, Tori Amos, Moby, Coldplay, Celeste und Neil Young haben bei Kulturzeit davon berichtet.

Depeche Mode-Sänger Dave Gahan denkt glücklich an die Zeit, als er sein Soloalbum live eingespielt hat. Das war Ende 2019, “bevor wir alle in ein Vakuum gesteckt wurden. Das werde ich mir bewahren für den Rest meines Lebens.” Kaum Konzerte, wenige Kontakte mit anderen Musikern und Fans – wie haben Musiker*innen reagiert? Fest steht: es ist viel Musik entstanden.

“Der Lockdown war schlimm”, berichtet Elton John, “noch nie habe ich so viel Zeit Zuhause verbracht. Erst die neuen Aufnahmen brachte mir die Freude zurück.” Entstanden ist ein Album mit Duetten. “Cold heart” mit Dua Lipa landete sogar an der Spitze der Charts. Elton John hat im Pop-Leben vermutlich alles erreicht – wie erlebt eine junge Künstlerin, der alle den großen Durchbruch prophezeiten, die Pandemie? Die britisch-amerikanische Sängerin Celeste war sogar für einen Oscar nominiert und konnte das alles nicht mit einer großen Tournee feiern. Frustrierend?

Für viele ist Musik der wichtigste Weg, um mit düsteren Situationen zurecht zu kommen: “Was, wenn meine besten Tage schon vorüber sind”, singt die kanadische Grammy-Gewinnerin Alessia Cara, ein Gefühl, dass in diesen Tagen viele Menschen teilen. Ja, ich bin jung und es ist vielleicht übertrieben, so etwas zu sagen. Aber für jemanden der seit langem an Depressionen leidet, ist es nicht weit hergeholt. Ich bin froh, dass ich meine Scham überwunden habe und darüber singe. Dadurch konnte ich mich ein Stück weit selbst heilen.